Adventskalender 1

Es ist später Nachmittag, die Kinder haben einen langen Tag hinter sich und ich kann sie auf dem Heimweg nur durch das Versprechen von Keksen von einem anderen Kind ablenken, das ein Eis hat. Zu Hause gibt es für jeden einen Keks, dann nach einer Weile noch einen. F. ist ungeduldig und verlangt eine ganze Liste von Tätigkeiten von mir und beschwert sich noch in der gleichen Sekunde, dass ich sie noch nicht erledigt habe. Als er den dritten Keks verlangt, sage ich nein. F. fängt laut an zu weinen, zu schreien und zu protestieren, und zieht zur Strafe eine lose Leiste aus dem Fußboden: „Dann tu ich das jetzt nicht mehr rein!“. Ich frage dir üblichen Verdächtigen ab, die normalerweise zu solchen Ausbrüchen von schlechter Laune führen: Wir können auch jetzt schon Abendessen, wenn du Hunger hast – Weiteres lautes Protestgeheul, nein, er will nur Kekse und Gummibärchen. A. hat aber Lust auf Reis und Bohnen, sagt er, aber ich bin ja gerade beschäftigt. Als ich F. streichele, fällt mir sein prall gespannter Bauch auf, und ich sage ihm, dass er mal aufs Klo gehen soll. Das scheint die richtige Lösung zu sein denn plötzlich kann er nicht mehr laufen und lässt sich ins Badezimmer tragen. Danach ist er zwar immer noch sauer wegen dem eingeforderten Keks, interessiert sich aber nach kurzer Zeit mehr für sein Auto, das endlich wieder Batterien hat (auch das war ein Punkt auf seiner To-Do-Liste für mich). Man muss eben alles erst lernen, auch zum Beispiel, dass ein Keks gar nichts nützt wenn man mal muss.

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