Gedacht und Nachgedacht

Hier finden sich Überlegungen über die Merkwürdigkeiten, die mir begegnen – in der Welt, im Alltag, in meinen Mitmenschen und im Allgemeinen.

Sportschau

Im Sommer 2006 bin ich oft Fahrrad gefahren. Es war ein fast irreales Gefühl, durch die menschenleeren und autofreien Straßen zu sausen, so ungestört als wäre man der einzige Mensch, der nicht im Urlaub, vor Bildschirmen und Leinwänden oder im Stadion saß. Die Freiheit, etwas Wichtigeres zu tun zu haben als sich der Allgemeinheit anzuschließen. Trotzdem wurde mir der Punktestand in Echtzeit mitgeteilt, mit Geschrei, oder von Weitem eher einem Summen, das aus allen Fenstern strömte. Diese indirekte Art, Fußball zu erleben, ist mir die Liebste. (mehr …)

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Terror der Dinge

„Ray-Ban. It takes courage.“

Man braucht uns als Konsumenten. Etwas zu kaufen bleibt immer möglich, wird uns überall aufgedrängt, ist geradezu unvermeidbar, passiert leicht, auch ohne dass man überhaupt etwas davon merkt. Vielleicht ist das alles normal, ist man versucht zu denken; vielleicht ist es nur natürlich, dass das virtuelle Geld auf den Konten nicht nur auf Dinge wie Miete, Telefonrechnungen, Versicherungen, etwas Essen verteilt wird, sondern auch auf Dinge, die einfach schön sind, vielleicht nützlich, bestimmt praktisch, ganz neu, Firmen ohne bekannte Geschäftsadresse, bei denen es Jahre dauern kann, das obsolete Abo zu kündigen, Firmen, auf deren Internetseite man sich nie angemeldet hat, was man aber nicht beweisen kann. Denn wo ist die Grenze zwischen dem Nötigen, dem Luxus, und dem Überflüssigen? Wir besitzen bereits am Lebensanfang mehr Dinge, als unsere Großmütter je hätten haben wollen. (mehr …)