Spielwiese

Spaß und Quatsch für die großen und kleinen Pausen

Adventskalender 24

Opa und F. haben gleich bei der ersten Gelegenheit zwei Schneemänner gebaut, richtig mit Karottennase und verschiedenen Utensilien; für jedes Kind einen. Einer hat Schaufel und Besen in der Hand, der andere eine Wasserpistole. „Wauwau!“ sagt A. begeistert. F. ärgert sich: „Das ist kein Wauwau, das ist ein Schneemann!“ . Kurz bevor der Streit handgreiflich wird, kann die Oma vermitteln: „Der Schneemann von A. heißt Wauwau.“ Damit sind alle einverstanden. F. möchte gerne A.s Schneemann umschmeißen, aber die Erwachsenen sind dagegen, und Oma und Opa bauen lieber noch einen dritten Schneemann zum umschmeißen. Der bekommt die Kinderschubkarre. Es stellt sich aber heraus, dass der dritte Schneemann zu groß zum umschmeißen ist. Später kommt F. und erzählt, der Fuchs habe den Wauwau umgeschmissen. Der Fuchs sei aber auf keinen Fall er gewesen.

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Adventskalender 20

Ich sitze mit F. im Arztzimmer uns wir warten darauf, dass wir drankommen. F: sitzt auf meinem Schoß, schon ausgezogen bis auf die Unterhose, und versichert mir zum vierten oder fünften Mal, dass er aber nicht gepiekst werden will. Dann fragt er nach den verschiedenen Geräten, die im Untersuchungsraum aufgestellt sind. Ein kleiner Mülleimer interessiert ihn, wahrscheinlich werden dort die Sachen eingeworfen, die desinfiziert werden, versuche ich zu erklären. Die Babywaage findet er lustig, er kann sich nicht so richtig vorstellen, dass Babys so klein sind. „Aber der A. passt da nicht drauf!“, sagt er. „Ja“, sage ich, „der kann ja schon Laufen, er kann sich auf eine richtige Waage stellen.“ F. überlegt. „Der A. stellt sich gerne auf die Waage!“ Dann will er noch wissen, ob ein Doktormann oder eine Doktorfrau kommt. Doktorfrauen sind ihm eigentlich lieber, aber der Doktormann, der ihn dann untersucht, ist ganz nett und piekst nicht. Damit, dass er Medizin nehmen soll, ist F. einverstanden.

Adventskalender 19

„Ein Kausesell!“, ruft F. als wir auf dem kleinen Weihnachtsmarkt ankommen, und er will sofort fahren. Es ist ein kleines Kettenkarussell, das haben wir noch nie ausprobiert, aber ich bin ganz froh, dass es kein Feuerwehrauto gibt. So besteht die Hoffnung, dass er irgendwann auch wieder aussteigen will. A. schaut sich die Sache erst mal an, will aber bei der nächsten Runde auch mal fahren. Ich setze ihn in den Sitz und bin nicht ganz sicher, ob er die Fahrt lustig oder gruselig finden wird. A. sitzt mit hochkonzentriertem Gesicht im Kettenkarussell, hält sich an den Seilen fest und schaut ab und zu auf die Lichter in der Mitte, meistens aber stur geradeaus. Als die Fahrt zu Ende ist und ich ihn befreien will, wehrt er sich mit Händen und Füßen. Spaß ist eine ernste Angelegenheit.

Adventskalender 18

A. geht immer mit seiner Oma in den Kinderchor. Dort traut er sich zwar noch nicht, mitzusingen, aber zu Hause schmettert er fröhlich alle Lieder, die er gelernt hat. Diesmal dauert es einen kleinen Moment, bis ich verstehe, was er da singt: „Kreisel den Herrn, Hallo Luja, kreisel den Herrn, Hallo Luja… Mama, nicht lachen! Kreisel den Herrn, Hallo Luja – nicht lachen, Mama!“ Ich entschuldige mich und singe mit. Das Lied eignet sich besonders für die Reifenschaukel auf dem Spielplatz, wo die Kinder sich immer im Kreis drehen lassen.

Adventskalender 17

F. klettert in die große Schublade des Couchtischs und verlangt, ich solle sie ganz zumachen. Er guckt durch das Griffloch und amüsiert sich. A. ist ganz erstaunt und fragt sich, wo sein Bruder ist; dann freut er sich aber auch, sagt „Goko!“ und versucht, durch das Loch F.s Nase zu erwischen. Ich finde das Spiel nur so mittel lustig, weil man die Schublade von innen nicht aufmachen kann, und ich schon Panikattacken und eingeklemmte Finger voraussehe. Aber es passiert erst mal nichts. A. klettert in die andere Schublade, versteht aber nicht, dass man den Kopf einziehen muss, wenn man die Schublade zu haben will. F. verkündet, er sei ein Braten. „Mach mal den Ofen zu, Mama! ich will gebacken werden!“

Adventskalender 16

Wir sind auf einem Tantengeburtstag im Café eines Museums eingeladen. Erfreulicherweise gibt es eine prima ausgestattete Spielkiste, und die Kinder beschäftigen sich ziemlich lange damit, Spielzeuge und Bücher hin- und herzutragen. Die Dinosaurier in den Büchern sind natürlich alle „Wauwaus“ für A.; F. dagegen will sein Buch öffentlich als Rede vortragen, als das Geburtstagskind gerade in einer öffentlichen rede alle Gäste einander vorstellt. Irgendwann entdecken die beiden leider die Brüstung, über die man ins untere Stockwerk des Cafés schauen kann, und fangen an, daran hochzuklettern. Schnelle Kleinkinder, die man alle paar Minuten retten muss, und nette Senioren, die einem umständliche langsame Geschichten erzählen, erfordern eine besondere Art des Multitaskings. Manchmal gelingt es mir fast, wieder an meinem Platz zu sein, bevor die Unterhaltung überhaupt zu einer Unterbrechung gelangt ist. Aber meinen Sport habe ich heute damit schon erledigt.

Adventskalender 15

Wir treffen einen Kindergartenkollegen und dessen Papa auf dem Spielplatz. Ein Glück, u diese Jahreszeit sind meistens eher keine Kinder da, und F. hält nichts von Spielplätzen ohne Kinder. Die beiden graben Löcher im Sandkasten, wir Erwachsenen beschäftigen uns damit, sicherzustellen, dass A. seine Schaufel behalten darf und niemand Sand schmeißt. Irgendwann bringen die beiden großen mit ihren Schaufeln Holzspäne, die unter den Klettergerüsten den Boden abfedern sollen, und schütten sie in ihre Sandlöcher. B.s Papa protestiert, sie sollen den Sand sauber lassen. Ich mische mich nicht ein. „Findest du das spießig, dass ich den Kindern das verbiete?“, fragt mich B.s Papa schließlich. Ich schüttele den Kopf und rede davon, dass der Sandkasten sowieso unter abgefallenem Laub begraben sei. Eigentlich ist einfach meine Eingreifschwelle noch nicht überschritten. Es ist spät am Nachmittag, und mit jeder Minute steigen meine Müdigkeit und das Tobebedürfnis der Kinder: Nach einer gewissen Uhrzeit wird nur noch in Notfällen erzogen, denn Erziehung braucht Geduld auf beiden Seiten.

Adventskalender 14

„Will denn jemand was zum Nachtisch?“ fragt Oma. „Jaa!“, ruft F. mit begeistert aufgerissenen Augen „Schokolade!“ – „Hast du die Schokolade denn gesehen?“ – „Ja, im Regal, in deinem Zimmer.“ F. schaut seine Oma etwas mitleidig von der Seite an und schüttelt den Kopf „Das war kein gutes Versteck.“

Adventskalender 13

A.  nimmt den Kinderkoffer in die Hand und sagt „Tschüß!“ und winkt. Dann geht er los bis zur Tür, die er noch nicht alleine aufmachen kann. Wenn man ihm die Tür aufmacht, geht er kurz raus, und macht dann das Ganze noch mal.

Er sagt sehr gerne „tschüß“, damit kann ich ihn gut austricksen, wenn er eigentlich noch nicht gehen will: Sich verabschieden macht so einen Spaß, dass das Weggehen dann Nebensache wird. Wenn wir uns von Oma und Opa verabschiedet haben, und alle ausgiebig gewinkt haben, spricht er von der Tür noch mal mit mir darüber, und sagt zufrieden: „Sag Tschüß!“ – Sie haben „tschüß“ gesagt!

Adventskalender 12

Alle wollen mit Pfannkuchen backen; beide Kinder scheiben Hocker und Stühle an die Arbeitsplatte, streiten sich um den besten Platz, versuchen sich gegenseitig wegzudrängen. Ich habe alle Hände voll zu tun, Streit zu schlichten, die Zutaten vor dem runterfallen zu bewahren und vielleicht auch noch das Projekt Pfannkuchen weiterzubringen. „Mama ich bin der Kock. Und wer bist du? Wie hießt der oberste Koch?“ Wir überlegen ein bisschen, und entscheiden dann, dass wir der Chefkoch und  der Sous-Chef sind. Oder Ich bin der Koch und F. ist der Pfannkucher. A. liebt Deckel, und ich tausche in einem günstigen Moment die Zuckerdose gegen eine leere Dose mit Deckel aus. F. findet allerdings, dass er ja schon groß ist und Zucker essen darf, „nur ein bisschen, Mama!“ Wenn der erste Pfannkuchen fertig ist, wird alles entspannter werden, damit lässt A. zumindest sich ablenken. F. ist schon recht geschickt darin, den Teig in die Pfanne zu gießen, aber nicht, wenn er irgendwie abgelenkt wird oder A. auch an die Schüssel will. Ich backe schnell die ersten Pfannkuchen und verfrachte das erste gefräßige Monsterchen an den Tisch. Aber es bleiben zu viele Baustellen. Nachdem ich den Teig in die Pfanne gegeben habe und die Schüssel wieder auf der anderen Seite des Herds abstellen will, weg von den Kinderhänden, verfehle ich die Arbeitsplatte um ein kleines Stück. Wir haben zwei Pfannkuchen, eine kaputte Schüssel und den Küchenfußboden voller Teig. „Oh! Oh!“ ruft A. aufgeregt und zeigt auf das Unglück. „Nicht dahin gehen, du hast keine Schuhe an!“, belehrt ihn sein großer Bruder. Beide sind eigentlich zufrieden mit dem Ergebnis der Aktion.