Gehört die Banane zum Frühstück?

Immer wieder ist in den politischen Debatten der letzten Jahre diese brennende Frage aufgetaucht, die auch wir nicht länger ignorieren können. Die Positionen dieser Diskussion sind auch innerhalb unserer Diskussion schwer umkämpft, und sollen an dieser Stelle einmal übersichtlich und natürlich ganz neutral zusammengetragen werden. Im Sinne des vernünftigen Diskurses müssen wir Extrempositionen von beiden Seiten leider ausklammern, da wir sie in diesem Rahmen nicht mit der nötigen Umsicht diskutieren können.

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Der Schatten Schattenseite

Die Texte, die ich für eine andere Webseite schreibe, werden als Information deklariert. Ich hatte immer ein unbestimmt komisches Gefühl dabei, sagte mir aber selbst, ich solle mich nicht so anstellen. Information also, über Musik in der Stadt Frankfurt, das ist eigentlich ein leichtes Thema, um darüber zu informieren. Heute bin ich dem Problem aber auf die Schliche gekommen: in einer kleinen Anmerkung der Redakteurin, die die Formulierung „im Schatten der Banken“ für zu düster und negativ erklärte. (mehr …)

Falsche Schiene

Auf den gut besuchten Bahnsteig tritt ein großer dünner Mann, ein Handy in der Hand. Hier, beschließt er, ist seine Bühne. Das Telefon schmeißt er mit theatralischer Wut auf den Boden, flucht laut in unbestimmte Richtung, ist sich der Wirkung bewusst, die umherfliegende technische Teile  auf Umstehende Wartende haben. Eine dieser Wartenden sucht er sich aus, jung muss sie sein und möglichst schüchtern, für den nächsten Teil seiner Vorstellung – den mit der Publikumsbeteiligung. (mehr …)

Musik und Erzählen 2

Mein Gesprächspartner mag nur Musik, in der auch gesungen wird, alles andere bezeichnet er als langweilig. Darum interessiert es mich, was für ihn eigentlich der Kern der Musik ist, der Text oder die Musik an sich. Ich frage ihn deshalb, ob er auch Lieder mag, deren Text er nicht gut findet, und umgekehrt, ob ein Lied, dessen Text gut ist, die Musik aber langweilig, ihn auch interessiert. (mehr …)

Musik und Erzählen 1

Ist die Schlange immer noch tot?

Die Kinder hatten entdeckt, dass dieses Bilderbuch das A. zu Weihnachten bekommen hatte, Musik machen kann: Jede Seite spielt ein kurzes Stück aus Mozarts Zauberflöte, wenn man auf den entsprechenden Knopf drückt. Und F. wollte jetzt auch so ein Buch haben. Jetzt, das heißt nicht gleich, oder wenn die Geschäfte offen haben, oder wenn ich fertig aufgeräumt habe, sondern jetzt heißt jetzt in dieser Sekunde. Es ist also nur einem meiner Ablenkungsmanöver geschuldet: Die Zauberflöte kann man sich im Internet jederzeit in den verschiedensten Inszenierungen vollständig angucken. Ich dachte, ich schaue mal, was passiert. (mehr …)

Adventskalender 24

Opa und F. haben gleich bei der ersten Gelegenheit zwei Schneemänner gebaut, richtig mit Karottennase und verschiedenen Utensilien; für jedes Kind einen. Einer hat Schaufel und Besen in der Hand, der andere eine Wasserpistole. „Wauwau!“ sagt A. begeistert. F. ärgert sich: „Das ist kein Wauwau, das ist ein Schneemann!“ . Kurz bevor der Streit handgreiflich wird, kann die Oma vermitteln: „Der Schneemann von A. heißt Wauwau.“ Damit sind alle einverstanden. F. möchte gerne A.s Schneemann umschmeißen, aber die Erwachsenen sind dagegen, und Oma und Opa bauen lieber noch einen dritten Schneemann zum umschmeißen. Der bekommt die Kinderschubkarre. Es stellt sich aber heraus, dass der dritte Schneemann zu groß zum umschmeißen ist. Später kommt F. und erzählt, der Fuchs habe den Wauwau umgeschmissen. Der Fuchs sei aber auf keinen Fall er gewesen.

Adventskalender 20

Ich sitze mit F. im Arztzimmer uns wir warten darauf, dass wir drankommen. F: sitzt auf meinem Schoß, schon ausgezogen bis auf die Unterhose, und versichert mir zum vierten oder fünften Mal, dass er aber nicht gepiekst werden will. Dann fragt er nach den verschiedenen Geräten, die im Untersuchungsraum aufgestellt sind. Ein kleiner Mülleimer interessiert ihn, wahrscheinlich werden dort die Sachen eingeworfen, die desinfiziert werden, versuche ich zu erklären. Die Babywaage findet er lustig, er kann sich nicht so richtig vorstellen, dass Babys so klein sind. „Aber der A. passt da nicht drauf!“, sagt er. „Ja“, sage ich, „der kann ja schon Laufen, er kann sich auf eine richtige Waage stellen.“ F. überlegt. „Der A. stellt sich gerne auf die Waage!“ Dann will er noch wissen, ob ein Doktormann oder eine Doktorfrau kommt. Doktorfrauen sind ihm eigentlich lieber, aber der Doktormann, der ihn dann untersucht, ist ganz nett und piekst nicht. Damit, dass er Medizin nehmen soll, ist F. einverstanden.

Adventskalender 19

„Ein Kausesell!“, ruft F. als wir auf dem kleinen Weihnachtsmarkt ankommen, und er will sofort fahren. Es ist ein kleines Kettenkarussell, das haben wir noch nie ausprobiert, aber ich bin ganz froh, dass es kein Feuerwehrauto gibt. So besteht die Hoffnung, dass er irgendwann auch wieder aussteigen will. A. schaut sich die Sache erst mal an, will aber bei der nächsten Runde auch mal fahren. Ich setze ihn in den Sitz und bin nicht ganz sicher, ob er die Fahrt lustig oder gruselig finden wird. A. sitzt mit hochkonzentriertem Gesicht im Kettenkarussell, hält sich an den Seilen fest und schaut ab und zu auf die Lichter in der Mitte, meistens aber stur geradeaus. Als die Fahrt zu Ende ist und ich ihn befreien will, wehrt er sich mit Händen und Füßen. Spaß ist eine ernste Angelegenheit.

Adventskalender 18

A. geht immer mit seiner Oma in den Kinderchor. Dort traut er sich zwar noch nicht, mitzusingen, aber zu Hause schmettert er fröhlich alle Lieder, die er gelernt hat. Diesmal dauert es einen kleinen Moment, bis ich verstehe, was er da singt: „Kreisel den Herrn, Hallo Luja, kreisel den Herrn, Hallo Luja… Mama, nicht lachen! Kreisel den Herrn, Hallo Luja – nicht lachen, Mama!“ Ich entschuldige mich und singe mit. Das Lied eignet sich besonders für die Reifenschaukel auf dem Spielplatz, wo die Kinder sich immer im Kreis drehen lassen.

Adventskalender 17

F. klettert in die große Schublade des Couchtischs und verlangt, ich solle sie ganz zumachen. Er guckt durch das Griffloch und amüsiert sich. A. ist ganz erstaunt und fragt sich, wo sein Bruder ist; dann freut er sich aber auch, sagt „Goko!“ und versucht, durch das Loch F.s Nase zu erwischen. Ich finde das Spiel nur so mittel lustig, weil man die Schublade von innen nicht aufmachen kann, und ich schon Panikattacken und eingeklemmte Finger voraussehe. Aber es passiert erst mal nichts. A. klettert in die andere Schublade, versteht aber nicht, dass man den Kopf einziehen muss, wenn man die Schublade zu haben will. F. verkündet, er sei ein Braten. „Mach mal den Ofen zu, Mama! ich will gebacken werden!“