Adventskalender 23

F., A. und Opa gehen einen Schneemann bauen.

F: Aber wenn der Opa vollgeschneit wird?

A: Dann muss er ins Krankenhaus, und in die Müllabfuhr!

F: Aber dann wein ich!

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Adventskalender 20

A. kann schlecht einschlafen. Er will immer, dass ich neben ihm liege und aufihn aufpasse, aber wenn ich das tue, fängt er an zu spielen und immer neue Spielsachen zu holen, bis das Bett auch für die unsensibelste Prinzessin auf derErbse unerträglich wäre. Ich muss immer wieder mit neuen Tricks dafür sorgen, dass er das Gefühl hat, dass ich auf ihn aufpasse, obwohl ich nicht im Kinderzimmer bin, und dass ich etwas langweiliges mache, das gleich zu Ende ist, so dass ich gleich wieder da bin. Ich hoffe dann, dass er einschläft, während er auf mich wartet, was manchmal funktioniert. Heute nähe ich gerade einen Spielzeugsack, als ich gerufen werde: F. ist eingeschlafen und A. fühlt sich allein. „Weißt du was?“, flüstere ich geheimnisvoll, „Der Weihnachtsmann hat mich angerufen, ich soll was für ihn nähen. Der Weihnachtsmann kann nämlich nicht nähen. Das muss ich jetzt machen, damit es rechtzeitig fertig wird. Ich lasse die Tür offen, dann kannst du mich hören.“ A. ist beeindruckt und einverstanden. Deutlich später werde ich noch mal gerufen: „Mama, ich wille auch so eins genäht haben so der Weihnachtsmann.“ – „Ja, sage ich, du kriegst auch so was genäht wie der Weihnachtsmann, aber erst an Weihnachten. Jetzt schlaf mal, dann ist Weihnachten schneller da.“ Nach zwei weiteren Intermezzi schläft A. schließlich ein.

Adventskalender 19

Im Kindergarten gibt es sehr schönen selbstgemachten Weihnachtsbaumschmuck zu kaufen, aus Filz und Paillettenstoff, vielleicht von irgendeiner Erzieherin hergestellt. Tagelang müssen die Kinder mich daran erinnern, dass sie jeder eins haben wollen, bis ich endlich das passende Geld dabei habe. A. sucht sich einen Zwerg auf einer Gans aus, F. ein glitzerndes Herz. Ich muss das Herz noch mal umtauschen in ein größeres, aber das ist in Ordnung, ich finde auf jeden Fall, dass beides eine gute Ergänzung zu einem schönen Weihnachtsbaum ist. Dann fahren wir zum Zahnarzt, der unsere Zahnputzkünste lobt und uns mit zwei kleinen Plastikgeschenken nach Hause schickt, die auf dem Heimweg sofort kaputtgespielt werden. Ich ärgere mich heimlich ein bisschen über die in zwei Schichten Plastik eingepackten nutzlosen Dinge, die so tun, als wären sie Spielzeuge, und in Wirklichkeit nicht länger benutzbar sind als ein Kaugummi. Das eine Spielzeug, eine kleine Ente, kann blinken, so lange bis F. sie seinem Bruder wegnimmt und dann wieder in seine Richtung schmeißt. Dann ist sie kaputt. Zu Hause stellt sich heraus, dass das Glitzerherz verlorengegangen ist.

Adventskalender 18

E. ist nach dem Kindergarten bei uns zu Besuch. F. schleppt von irgendwoher einen Lippenstift an, den ich ihm mal so halb geschenkt habe. Meine Kinder lassen sich schminken, E. traut dem Braten nicht so recht. Dann wollen sie auch noch blauen Nagellack. Wir gehen ins Badezimmer. E. will auch Nagellack, sagt aber besorgt, das sei ja nur für Mädchen. Ich erkläre, dass Nagellack für alle da ist, die ihn haben wollen, und das Jungs schließlich auch mal bunt sein wollen. Außerdem kenne ich eine Geschichte von seinem großen Bruder, der im Kindergartenalter mal eine Nagellackmode in seiner Gruppe gestartet hat. E. ist beruhigt und lässt sich auch die Fingernägel lackieren.

Adventskalender 17

Irgendwann im Frühjahr, A. ist noch deutlich unter zwei Jahre alt, aber fährt schon mit einem winzigen Laufrad durch die Gegend. Wir sind spazieren und kommen einer sehr alten Frau mit einem Rollator entgegen die stehen bleibt und sich wundert, was die kleinen Kinder heute alles schon können. Ich stimme ihr zu. A., der ein kleines Stück weiter gefahren ist, dreht sich plötzlich zu uns um und sagt laut „Äpäd!“. „Was sagt er?“, erkundigt sich die Dame höflich. „Er sagt: I-Pad.“, antworte ich amüsiert. „Was ist das denn?“ fragt die Dame. Meine Erklärung nimmt sie mit noch größerer Verwunderung zur Kenntnis. Ich habe futuristische Cyberkinder.

Adventskalender 16

Ich habe die Frühstücksbrote und -äpfel geometrisch auf dem Teller angeordnet. F. findet es sieht auswieein Engel. Dann nimmt er ein Stück Apfel und sagt: „Guck, jetzt ist es ein Schmetterling!“ A. schaut mich verunsichert an und fragt: „Mama, meins ist kein Schmetterling, oder?“ – „Du kannst doch selber entscheiden, was deins ist.“ A. überlegt kurz: „Ein Apfel.“

Adventskalender 15

Wir gehen doch wieder vom Spielplatz weg, weil es dunkel wird und regnet. F. hat einen Stock in der Hand, den er gerade aufgehoben hat. Plötzlich wird A. ganz unruhig: „F., nicht den Stock mitnehmen!“ – „Doch“, sagt F, und ich habe auch nichts dagegen. Da fängt A. plötzlich an zu weinen: „Aber dann geht unsres Haus kaputt!“. Ich tröste ihn, sage, dass wir ja im Garten auch Stöcke haben, dass das Haus ganz stark ist, und das F. den Stock ja draußen lassen kann. F. schmeißt den Stock dann doch wieder weg. Was A. sich wohl vorgestellt hat?

Adventskalender 14

Als es dann endlich kalt wurde, beschloss A., dass er ganz grundsätzlich gegen Hosen war. Jacken waren ihm meistens auch nicht recht. Am liebsten trug er Schlafanzüge (mit Supermanmuster), Socken, Mützen und seine Sonnenbrille. Manchmal ließ er sich lange Unterhosen aus Wolle als Schlafanzugshosen verkaufen. Manchmal ließ er sich von der Kälte draußen überreden, eine Jacke anzuziehen, manchmal ließ er sich lieber in eine Decke wickeln. Schuhe waren für ihn eher Schmuckstück als Fußschutz, aber er hatte ganz genaue Vorstellungen davon, wann seine Mutter ihre Schuhe auszuziehen hatte. Wir warten mal ab, ob er im nächsten Sommer eine Vorliebe für Schneeanzüge entwickelt.