Sportschau

Im Sommer 2006 bin ich oft Fahrrad gefahren. Es war ein fast irreales Gefühl, durch die menschenleeren und autofreien Straßen zu sausen, so ungestört als wäre man der einzige Mensch, der nicht im Urlaub, vor Bildschirmen und Leinwänden oder im Stadion saß. Die Freiheit, etwas Wichtigeres zu tun zu haben als sich der Allgemeinheit anzuschließen. Trotzdem wurde mir der Punktestand in Echtzeit mitgeteilt, mit Geschrei, oder von Weitem eher einem Summen, das aus allen Fenstern strömte. Diese indirekte Art, Fußball zu erleben, ist mir die Liebste. (mehr …)

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Schreckschrauben, die vor Schreck schreiben, Folge 4

Liebe Leser,

Sie haben nach weiteren berühmten Beispielen gefragt, die unsere These „Je größer die Katastrophe, desto größer die Kunst“ gefragt. Nun, daran herrscht kein Mangel. Halten wir uns gar nicht mit Werken auf, die sich um die großen Tragödien der Weltgeschichte drehen – der Trojanische Krieg, die Sintflut etcetera – sondern schauen wir auf die persönlichen Erlebnisse großer Dichter und Denker. (mehr …)

Alte Worte 3: Deutsch

Ich will zwar noch ein paar Sachen in der Schublade lassen, damit ich für den nächsten Angriff der Monster noch ausgerüstet bin, aber auch die deutschsprachigen Leser sollen was zu beißen kriegen. Ich bin übrigens mit dem Format, das mir dieses Programm für die Gedichte anbietet, nicht einverstanden: Zu viel leerer Raum zwischen den Zeilen. Aber das soll uns jetzt auch nicht weiter stören. (mehr …)

Schreckschrauben, die vor Schreck schreiben, Folge 3

Aber nicht doch, liebe Leser!

Die geneigte Redaktion erreichten gleich mehrere besorgte Zuschriften mit der Frage, ob denn nicht nach der in unserer letzten Ausgabe abgedruckten Entdeckung diese hochgeschätzte Serie bereits ihren allzu frühen Höhe- und Schlusspunkt erreicht habe. Ich darf Sie jedoch beruhigen: die objektive Größe der Katastrophe steht keinesfalls im direkten Verhältnis zur Größe der durch sie verursachten Literatur; steht doch glücklicherweise das Individuum des Dichters zwischen der Wirklichkeit und der Dichtung. Es gibt dafür durchaus klassische Beispiele von Weltruhm. So war es ein objektiv recht kleines Unglück, das einen unbekannten Dichter zu dem unbestreitbar längsten Gedicht der Weltliteratur anregte. In seiner Gänze kann es hier nicht wiedergegeben werden, aber seine berühmten ersten Worte kennt jedes Kind:

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